Tungstenturtle Poetry

Was uns des morgens hafted,
Schweiß der heißen Nacht,
das was zuvor zu sein man dacht,
mit unserer Alltagsfracht,
anders wohin man danach trachtet.

Das Kleid am morgen überzogen,
gewaschen, rein, befleckt,
von all dem was war und in uns steckt,
aus Anlass und Zufall wohl bewogen.
Schon zu Mittag anders sind,
verändert doch starr bedingt,
und ein wenig selbst belogen,
weil man tagtäglich dann entdeckt,
im Reigen von sauber und verdreckt,

Das wir nie die gleichen sind,
gar niemals sein sollten,
ob wir es nun wollten,
bleiben wir unsrer Mutter Kind,
Stets dem Wandel unterzogen,
von Zeit, und vom Spielbild betrogen,

Die Rollen mögen gleich doch scheinen,
das Zeitkleid im Großen und im Kleinen,
webt der Faden ganz im Feinen,
das bis Abends dann erlebte,
eingezogen und verflogen
verwaschen was da klebte,
absorbiert und aufgesogen,
was die Zeit nicht rasch verwehte.

Ich habe Rilke gelesen und kam ins philosophieren über den steten Wandel von uns selbst.

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